CO² Emission durch das Internet

Auf der Erde ist das Thema CO² Fußabdruck präsent, junge Leute der Generation Smartphone schwänzen für die „Fridays for Future“ Bewegung die Schule und sind gut vernetzt. Was der jungen Generation scheinbar fehlt ist die Komplexität des Ganzen. Immerhin verursacht das Internet momentan mehr CO² als der tägliche globale Flugverkehr selbst (Studie von 2015).

Greta Thunberg verzichtet selbst auf Fliegen, fahren fossil fahrenden Schiffen etc. Ihre Präsenz im WWW dürfte ihren eigenen CO² Footprint allerdings deutlich erhöhen. Gerade Twitter ist nicht ganz Grün.

Verursacher

Amazon
Am 20. September twitterte die Singer-Songwriterin Bette Midler, dass die jährliche CO²-Bilanz von Amazon bei 44,4 Millionen Tonnen liege. (Quelle)

Hier sollte man noch in Betracht ziehen das Rücksendung zu Amazon nach Erhalt entsorgt werden und nicht wieder in den Konsumkreislauf aufgenommen werden.

Twitter
Jeder Tweet verursacht ca. 0.2gr CO². Das witzige an dieser Plattform ist das gerade NGO’s welche sich für Umweltschutz einsetzen, eine Plattform nutzen welche nicht wirklich Ökologisch ist. Durch das Teilen von Hashtags und Retweet von Nachrichten ist somit auch nicht wirklich ökologisch.

Hier gibt es auch eine Plattform wo man einen Hashtag auf den CO² Verbrauch überprüfen kann. Leider funktioniert die Webseite tweetfarts.com zur Zeit nicht.

Als Fundstück bin ich noch auf die Webseite oekoside.de hier wird Aufgeführt wenn auch nur rein Fiktiv wie viel CO² ein Tweet ausstoßen könnte. Selbst mein Auto würde weniger CO²pro KM verbrauchen.

Facebook & Instagram
Auch Mark Zuckerbergs Plattform Facebook ist noch nicht so ganz grün. Hier wird allerdings versucht ab 2020 auf 100% erneuerbare Energie umzusteigen. Laut sustainability.fb.com hat Facebook hat einen Vertrag über 4,0 Gigawatt erneuerbarer Energie abgeschlossen und ist damit der weltweit größte Abnehmer von erneuerbarer Energie für Unternehmen. 2018 waren es schon 75% erneuerbare Energien und sind auf dem besten Weg, unser Ziel bis 2020 zu erreichen.

Streaming-Plattformen wie Netflix, Vimeo, Amazon Prime und Co.
Klimakiller Streaming-Plattformen. Video & Musik-Streaming Anbieter sind reinste CO² Schleudern. Bei den Plattformen fehlt es meist an Energie-Transparenz, Selbstverpflichtung von erneuerbaren Energien.

Abgesehen von dem Weg zwischen der Streaming-Plattform und dem Verbraucher sind die Vorreiter hier iTunes, Google Play und Youtube.

Gerade wenn man sich Filme und Musik öfter ansieht/anhört wäre es von Vorteil die Videos und Musik lokal zu Speichern. Es würde pro Musikstück ca. 5-10 Megabyte und bei Videos 650 MB bis mehrere Gigabyte den Internet-Traffic reduzieren.

Wenn man hier die Million täglichen User zusammenrechnen würde, dann kommt man auf eine üppige Petabyte Zahl.

Google
Google setzt selbst auf Green-Hosting, allerdings kommt auch wie schon im Punkt Streaming-Plattformen erwähnt auf die Verbindung zwischen Google und Nutzer an. Dennoch jede Google Suchanfrage erzeugt CO². Bei 3.5 Milliarden Suchanfragen täglich sind das schon in etwa 40% des CO² Ausstoß durch das Internet.

Grundproblem
Die Datenströme zwischen Plattform und Konsument. Hinzu kommt noch der Konsument selbst.

Die Frage ist!

Muss man jede Kleinigkeit im Internet Teilen? Beispiel, sei es ein Foto von Sehenswürdigkeiten. Muss man dieses noch einmal von der selben Position zu einem anderen Zeitpunkt sich dem Mainstream hingeben und es als hundertste oder sogar tausendste Person das Foto auf seinem Social-Media Account hochladen.

Gleiches gilt für Influencer welche ihre paar Cent im Youtube Video festhalten, hier haben sich schon dermaßen Inhalte angesammelt welche man einfach nur als Datenmüll und Zeitverschwendung ansehen kann.

Nachhaltige Entwicklung

Um nachhaltige Webseiten zu entwickeln bedarf es im Grunde nur wenige Schritte. Zum einen sollte man bei bekannten Open-Source CMS wie WordPress, Joomla, Drupal etc. auf möglichst größeren Umfang von Plugins/Modulen verzichten.

Beispiel an WordPress. Viele Benutzer verwenden auf Grund ihrer mangelnden Programmierkenntnisse gerne Plugins wie so genannte Page Builder ala Elementor, WPBakery Page Builder oder auch Visual Composer Site Builder etc.

Der Vorteil, man kann sich seine Webseite ohne große Kenntnisse selbst zusammen Klicken. Der überwiegende Nachteil ist allerdings der dadurch resultierende aufgeblähte Quellcode und schlechtere Ladezeit sowie auch Größe der Webseite.

Auch sollten Web-Entwickler und Programmierer im Bezug auf die Frontend-Entwicklung auf Frameworks wie Bootstrap, Vue.js, React und Co verzichtet werden. Sie mögen zwar dem Programmierer bei der Entwicklung helfen, sind allerdings teil zu sehr aufgebläht und nur wenige Funktionen der API werden am Ende nicht benutzt. Der Nachteil daran, man hat viel überflüssiges Javascript und CSS im Quellcode und als Resultat eine langsamere Webseite.

In Folge sollte man lieber auf kompaktere Frameworks setzen oder sogar Vanilla-JS schreiben. Viele Sachen kann man mit HTML, CSS und JS Kenntnissen mit weniger Quellcode und zusätzlichen Dateien umsetzen.

Eigene Webseite testen

Auf der Webseite „Website Carbon Calculator“ kann man seine eigene Webseite bzw. Web-Projekt auf den mögliche CO² Produktion welche durch jeden Besuch der Webseite verursacht wird.

Nachhaltiger Konsum

Tipps zum nachhaltigen Konsum und reduzierenden CO²-Footprint gibt es viele und sind einfach mit umzusetzen.

Mit dem Smartphone
Beim Smartphone ist es recht einfach Traffic und CO² zu sparen, es fängt damit an das man die Displayhelligkeit reduzieren sollte und die Geräte nur so lange wie möglich am Ladegerät hat. Wichtig hierbei, das Ladegerät sollte nur in der Steckdose sein wenn es auch zum Laden verwendet wird.

Um den Akku zu schonen ist es auch Ratsam überwiegend das noch verfügbare 2G Netz zu verwenden. Hat man die automatische Netzsuche aktiviert so verbraucht das Smartphone unnötig Energie weil es ständig versucht das schnellste Netz zu finden. Für Nachrichten über Whatsapp und Co ist dies völlig ausreichend.

Will man Musik hören oder ein Video ansehen muss man dann zwar manuell auf 3G/LTE umschalten. Es ist zwar nicht bequem, schont allerdings den Akku und auch Daten-Traffic.

Smartphones nutzen so lange sie Nutzbar sind. Ja, es muss nicht alle paar Monate oder Jahre ein neues Smartphone sein. Abgesehen von einem Defekt hat man kaum Mehrwert wenn man sich immer das aktuellste Handy zulegt. Auf dem Papier sehen die Zahlen zwar deutlich höher aus, im Alltag sind die Sprünge derart marginal das es ein Upgrade zu 95% unnötig macht. Der große Unterschied besteht darin das eine App vielleicht ein paar Millisekunden schneller ist oder die Kamera in der Tiefenschärfe besser sein kann. Im normalen Alltag sind diese Sachen den meisten Konsumenten allerdings irrelevant.

Mit dem PC oder Laptop

Auch bei den alten Endgeräten kann man Strom und Resourcen sparen. Beim Laptop/Notebook ist es falls möglich im Strombetrieb zu empfehlen den Akku zu entfernen um diesen eine längere Lebenszeit zu ermöglichen.

Dazu kommt auch das man die Display Helligkeit ruhig reduzieren kann, gerade wenn man diese in dunkler Umgebung nutzt. Einige Displays reduzieren dann auch das blaue Farbspektrum der Displays was sich negativ auf die Einschlafphase auswirken kann.

Links & Quellen

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